Neubeginn für Odilon

- An Bord der Africa Mercy hat Odilon die Chance zu einem neuen Leben bekommen.

- Nach anfänglichem Schock siegten Edwiges mütterliche Gefühle.

- Fast 7 Wochen wurde Odilon aufgepäppelt, bevor er operiert werden konnte.
Als ihre Tante der 19-jährigen Edwige das kleine Bündel gab, schrie es wie ein gesundes Baby. Doch ihrem Gesicht war anzusehen, dass etwas nicht stimmte. Als Edwige das Neugeborene in den Armen hielt, begann sie zu weinen. "Ist das mein Baby?", fragte sie. Das Kind, ein Junge, hatte mitten im Gesicht ein hässliches Loch - eine beidseitige Lippen- und Gaumenspalte…
Nach anfänglichem Schock siegten Edwiges mütterliche Gefühle und sie konnte den Kleinen liebevoll annehmen. Sie nannte ihn Odilon. Für ein paar Stunden fielen die erschöpfte Mutter und ihr Sohn in einen friedlichen Schlaf.
Doch dann begannen die Probleme so schnell, wie Odilon in die Welt gekommen war. Edwiges Schwiegermutter kam und betrachte den Enkel voller Abscheu. Sie bezeichnete ihn als böse und abnormal. Edwiges Mann wurde gezwungen, seine Frau zu verlassen, um keine Schande über die Familie zu bringen.
Trotz aller Widerstände hielt Edwige zu ihrem Sohn. Als sie von Mercy Ships hörte, machte sie sich auf die lange, mühselige Reise zur Africa Mercy, die in der Hafenstadt Cotonou vor Anker lag. Odilon wog nur 2,5 kg. Sein Zustand war so schlecht, dass das Personal an Bord ihm nur noch eine Überlebenschance von ein paar Tagen gab. Doch nach fast sieben Wochen hatten sie ihn soweit aufgepäppelt, dass er 3,7 kg wog und eine Operation gewagt werden konnte.
Der Eingriff war erfolgreich. Schon bald danach begann Odilon im Schlaf an der neuen, ungewohnten Oberlippe zu lecken. Odilon wurde vor dem Verhungern gerettet und hat nun die Chance, ein normales Leben zu führen. Wieder einmal ist an Bord der Africa Mercy ein Wunder geschehen!


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