Schweiz

Océane erlebt ein Wunder

Ein Arzt begutachtet Océane bei der Voruntersuchung in Cotonou, Benin.
Ein Arzt begutachtet Océane bei der Voruntersuchung in Cotonou, Benin.
Philomen fehlen die Worte, um allen zu danken, die Océanes Operation ermöglicht haben. „Ich danke Gott für alles, was er in Océanes Leben getan hat!”
Philomen fehlen die Worte, um allen zu danken, die Océanes Operation ermöglicht haben. „Ich danke Gott für alles, was er in Océanes Leben getan hat!”
Eine Enzephalozele ist ein Defekt, bei dem Hirnsubstanz aus dem Schädel austritt. Océanes Enzephalozele war grösser als ihr Kopf.
Eine Enzephalozele ist ein Defekt, bei dem Hirnsubstanz aus dem Schädel austritt. Océanes Enzephalozele war grösser als ihr Kopf.
Océane erholt sich nach der Operation an Bord der Africa Mercy.
Océane erholt sich nach der Operation an Bord der Africa Mercy.

In einer komplizierten Operation wurde der kleinen Océane ein durch einen Geburtsfehler entstandener „zweiter Kopf” entfernt. Nun kann sie sich auf die Zukunft freuen.

Die ein Jahr alte Océane litt an einer Enzephalozele – einer Lücke im Schädel durch die Hirnsubstanz und -flüssigkeit austritt und sich in einem sackartigen Geschwulst sammelt. Ein kleiner, nur 1,4 cm breiter, Spalt war die Ursache der Probleme. Durch ihn trat die Hirnflüssigkeit und –substanz aus und liess die Haut am Hinterkopf anschwellen, bis so etwas wie ein „zweiter Kopf“ entstand!

Philomen, Océanes Mutter, hatte die Kleine zur Voruntersuchung von Mercy Ships nach Benin gebracht. Nach Einschätzung der Ärzte konnte ihr geholfen werden. Man konnte die Masse entfernen und eine kleine Röhre, einen sogenannten Shunt, ins Gehirn legen. Diese Verbindung würde überschüssige Flüssigkeit vom Kopf in den Bauch leiten. Dazu brauchte es allerdings einen Spezialisten. Glücklicherweise war bereits geplant, dass einige spezialisierte Ärzte auf die Africa Mercy kommen sollten, jedoch erst in ein paar Monaten. Solange mussten Philomen und Océane warten.

Philomens Gefühle schwankten in dieser Zeit zwischen Hoffnung und Mutlosigkeit. Da Océanes Geschwulst weiter schwoll, machten ihr bald einmal so einfache Dinge wie das Baden der Kleinen Angst. „Ich wusch ihr nie den Kopf. Ich hatte Angst, der Tumor würde aufgehen und sie würde sterben.“ Manche lachten Philomen aus. „Schaut nur das hässliche Baby an“, sagten sie, sobald sie sich zeigte. „Ich habe nie geantwortet“, sagt Philomen. „Aber ich habe mich geschämt und bin lieber drinnen  geblieben.“

Doch trotz aller Entmutigungen verlor Philomen nie die Hoffnung, dass Mercy Ships ihrer Tochter bald helfen würde.

Am 14. Oktober war es endlich soweit und Philomen brachte Océane zur  Africa Mercy. Nach einem MRI diskutierten die Spezialisten Risiken und Vorteile einer Operation. Schliesslich entschieden sie sich dafür, den Eingriff vorzunehmen. Am nächsten Tag wurde Océane in den OP gebracht …

Nachdem Océane in den Aufwachraum gebracht worden war, die Schwestern die Lunge abgehört und sie an den Herzmonitor angeschlossen hatten, durfte Philomen zu ihr. Doch fehlten ihr zunächst die Worte und sie konnte ihre kleine Tochter nur ungläubig anstarren. Ein Wunder war geschehen, der riesige Ballon am Kopf war tatsächlich verschwunden!

Drei Wochen nach der Operation kam Océane zu einer letzten Nachuntersuchung auf die  Africa Mercy. Sie lächelte vom Arm ihrer Mutter, die das Pflegeteam mit einem begeisterten: „Danke, danke, vielen, vielen Dank!“ begrüsste. Ihr Leben wird nie mehr so sein, wie es war.

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