Schweiz

Licht in die Dunkelheit

Zwei Brüder und ihre Schwester, alle drei von Geburt an blind, können wieder sehen.

Sieben Jahre lang arbeitete Geneviève als Blindenführerin. Aber sie hatte sich den Beruf nicht ausgesucht und konnte abends auch nicht einfach aufhören. Er war ein Teil ihres Lebens – seit der Geburt ihres ersten Sohns Alexis. Zwei Kinder folgten und alle drei litten von Geburt an auf beiden Augen an Grauem Star. Sie mussten rund um die Uhr betreut werden!

Jeder Schritt war eine Qual. Geneviève band sich den einjährigen Ricardo auf den Rücken, die dreijährige Nadège nahm sie an die eine Hand, den siebenjährigen Alexis an die andere. Jede Treppe, jede Tür und jedes Schlagloch war eine Gefahr und auch im Haushalt musste sie ständig aufpassen, dass die Kinder nicht mit dem Ofen oder heissem Wasser in Berührung kamen.

Geneviève und ihr Mann hatten versucht, Hilfe für die Kinder zu finden. Einmal gingen sie ins nahe Spital, aber das Geld für die Operationen konnten sie nicht aufbringen. Geneviève fragte sich oft, was aus ihren Kindern werden sollte – in einem Land, in dem es keine Blindenhilfe gibt.

Eines Tages hörten sie im Radio von Mercy Ships und kostenlosen Operationen an Bord eines Schiffes …

Die Kinder wurden untersucht und erhielten sofort einen Operationstermin. Für die dreijährige Nadège bestand die grösste Chance. Bei ihr waren noch keine bleibenden Schäden entstanden. Andererseits war sie schon alt genug, dass ihre Augen die neue Linse akzeptieren würden. Kritischer war es bei Alexis. Nach dem siebten Lebensjahr hinterlässt ein grauer Star oft bleibende Schäden, weil sich der Sehnerv nicht entwickeln konnte und sich das Gehirn an die Blindheit gewöhnt hat. Beim kleinen Ricardo wiederum fürchteten die Ärzte, die Augen seien für eine Operation noch nicht weit genug entwickelt und die Ersatzlinse würde nicht richtig passen.

Am nächsten Morgen wurden die Verbände abgenomen …

Als erste kam Nadège an die Reihe. Der Puls ihrer Eltern beschleunigte sich ... Da griff Nadège nach der Puppe, die vor ihr hingehalten wurde: “Baby, Baby.” Sie konnte sehen! Nun wurde nicht länger gewartet. Alle Hoffnungen richteten sich auf Alexis, den Ältesten, dessen Prognose nicht so gut gewesen war. Aber auch er konnte sofort sehen und begann auf dem Boden zu spielen! Schliesslich kam auch Ricardos Verband ab. Eine Zeitlang blieb er mit zugekniffenen Augen liegen. Dann öffnete er eines und sah sich um. Es dauerte nicht lange, bis er die Arme nach seiner Mutter ausstreckte, deren Stimme er zwar kannte, die er aber noch nie gesehen hatte…

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