Neue Hoffnung für eine Mutter und ihr Kind
Kinder, die in Westafrika mit Deformitäten geboren werden, beginnen ihr Leben oft als Opfer des westafrikanischen Aberglaubens, wonach Missbildungen häufig als Zeichen eines Fluches gedeutet werden. Als Barbara mit einer Lippen-Gaumenspalte geboren wurde, erklärte ihr Vater sie als Dämonenkind. Er befahl seiner Frau, die Kleine im Busch auszusetzen. Doch Aminata, Barbaras tapfere Mutter, weigerte sich, ihr Kind zu verlassen, mit dem Resultat, dass sie aus dem Haus geworfen wurde und sie deshalb zu ihrer Schwester ziehen musste. Unmöglich ihre Familie zu unterhalten, war sie gezwungen, ihre anderen 4 Kinder getrennt verschiedenen Verwandten in Obhut zu geben.
Mit 8 Monaten war Barbaras Gewicht immer noch drastisch tief, da ihre Lippenspalte sie daran hinderte die so bitter benötigte Nahrung aufzunehmen. In der Tat wog sie keine 4 Kilogramm, weniger als die Hälfte des Normalgewichtes eines gleichaltrigen gut gedeihenden Kindes. Zusätzlich wurde die Situation durch eine Tuberkulose verschlimmert, sodass das Kind in ein TB-Programm eines lokalen Spitals aufgenommen wurde. Ein weiteres schweres Hindernis war die fehlende finanzielle Unterstützung durch den Vater. Aminata fand sich an einem absoluten physischen und psychischen Tiefpunkt.
Eines Tages begegnete sie einer Frau, die ihr erklärte, dass Barbara nicht das Kind eines Dämonen sei. Sie erwähnte die Ankunft eines Schiffes von Mercy Ships in ein paar Wochen in Sierra Leone. Chirurgen an Bord der Africa Mercy könnten die Lippenspalte des Kindes unentgeltlich operieren. Aminata hängte sich verzweifelt an diesen Hoffnungsschimmer und brachte ihr Baby zu einer medizinischen Triagestation von Mercy Ships. Sie war überglücklich über die Aufnahme ihres Kindes in das Programm der Lippenspaltenchirurgie des Schiffes. Da das Gewicht des Kindes jedoch für einen chirurgischen Eingriff zu tief war, wurde es vorerst in ein Ernährungsprogramm aufgenommen. Das bedeutet eine korrekte Ernährung des Kindes einerseits und für die Mutter anderseits die Instruktion einer besseren Ernährungsmethode.
In der ersten Programmwoche nahm das Mädchen zu, verlor jedoch in der zweiten Woche wieder an Gewicht. Es bekam Fieber und hatte Mühe zu atmen und die Nahrung zu schlucken. Die Pflegefachfrauen gaben ihm Nasentropfen zur Öffnung der Nasenwege und damit erleichterter Atmung. In der dritten Woche nahm das Kind um einen Teil des verlorenen Gewichtes wieder zu. Zu diesem Zeitpunkt wurde befürchtet, Barbara würde einen chirurgischen Eingriff nicht ertragen. Zusätzlich vermuteten die Ärzte ein kardiales Problem, welches für eine Lippenspaltenoperation ein zu grosses Risiko darstellen würde.
Doch Dank der täglichen Aufmerksamkeit und Pflege der Pflegefachfrauen von Mercy Ships nahm das Baby langsam an Gewicht zu.
Nach 3 Monaten war Barbara trotz all dieser Probleme bereit für den Eingriff. Der freiwillige Chirurg rekonstruierte die Lippen-Gaumenspalte und das Nasenseptum. Wegen der delikaten gesundheitlichen Situation des Kindes wurde Barbara bis zur Genesung in der Intensivstation betreut. Pflegefachfrau Jessica King, die das Mädchen im Ernährungsprogramm betreut hatte, sagte: „Barbara ist ein Wunderbaby. Es erlebte eine schlimme Zeit in der Intensivstation, aber sie schaffte es und wird ihrer Mutter sicher noch viel Freude bereiten.”
Aminatas Liebe und aufopfernde Sorge für ihr Kind hat sich gelohnt. Ihre kleine Tochter ist zwar gebrechlich, hat jedoch einen starken Überlebenswillen. Sie wird ihre Familie in Zukunft mit ihrem frohen Lächeln beschenken. „Jetzt fühle ich mich glücklich” sagte Aminata, während eine Träne über ihre Wange rollte. „Ich danke Gott für alles, was er für mich getan hat.”


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