Schweiz

Bagnanguis Warten hat ein Ende



Bagnangui wurde an Bord unseres Spitalschiffs kostenlos operiert. Jetzt kann er getrost in die Zukunft sehen.

Bagnangui, der Zimmermann, ist ein sanfter Mann aus dem Norden Togos, der die entstellenden Gewächse an seinem Gesicht 16 Jahre lang stoisch ertrug.

Bagnangui war 14, als auf seiner Wange drei Pusteln erschienen. Sie wuchsen und wurden im Laufe der Jahre zu grossen Gewächsen. Er liess sie in einer Klinik am Ort entfernen, aber sie kamen wieder.

Bei einem weiteren Besuch im Spital sagte man ihm, man könne sie wieder entfernen, für 100’000 CFA (ca. CHF200). Soviel Geld hatte Bagnangui nicht. Deshalb beschloss er, mit der Entstellung leben zu lernen.

Die Gewächse wuchsen weiter. Eines auf der linken Gesichtshälfte hing 60 Zentimeter hinunter wie ein Sack mit Steinen. Es störte bei der Arbeit und erschreckte die Leute. Mit 30 hatte Bagnangui weder Frau noch Kinder oder Freunde. Aber er hoffte weiter.

Eines Tages hörte er von Mercy Ships. In der Nacht hatte er einen seltsamen Traum: Er stand in einer Menschenmenge, über die ein Flugzeug flog. Darin sass der frühere Präsident und rief nach ihm: „Unterschreib hier. Ich sehe, was ich machen kann.“Ein paar Tage später meldete sich die Klinik. Es seien Ärzte aus dem Ausland da, die ihn untersuchen könnten. Noch viele andere Kranke waren da, und einige konnten sich in eine Liste eintragen lassen. Bagnanguis Name war der letzte auf der Liste. Bagnangui würde kostenlos operiert werden!

Die freiwilligen Ärzte an Bord der Africa Mercy entfernten die Gewächse. Als Bagnangui aus der Narkose erwachte, sah er im Spiegel, den die Schwester ihm hinhielt, einen grossen Verband um sein Gesicht. Trotzdem musste er lächeln: die Tumore waren fort!

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