Hoffnung für meine Kinder
Amavi und ihre kleine Schwester Kossinovi kommen aus einer Familie mit acht Kindern. Die beiden Schwestern haben etwas gemeinsam – beide wurden mit einer Lippenspalte geboren. In der westafrikanischen Kultur gilt eine solche Missbildung als Fluch.
Die kleine Kossinovi ist erst sieben Monate – zu jung, um schon unter den hässlichen Äusserungen gefühlloser Freunde zu leiden. Doch Amavi ist zwölf und hat die spitzen Zungen schon oft gespürt. In der Schule findet sie keine Freundinnen. Stattdessen wird sie von den Mitschülerinnen wegen der missgebildeten Oberlippe gehänselt. Ihre Mutter sagt, wenn sie Amavi nach draussen zum Spielen schickt, gibt es immer Streit und sie kommt weinend nach Hause. Deshalb hat Amavi sich immer mehr zurückgezogen.
Der Gedanke an die Zukunft der beiden hat der Mutter immer grossen Kummer bereitet. Aber eine Operation war wegen der Kosten unvorstellbar. Als dann aber eine Bekannte vom örtlichen Spital erzählte, auf einem Schiff würden Ärzte kostenlos operieren, regelte sie sofort alles Nötige, um Amavi und Kossinovi auf die Africa Mercy zu bringen.
Die Kinder wurden untersucht und beide für eine Operation angenommen. Nach erfolgtem Eingriff konnten sie schon am nächsten Tag nach Hause. Sie mussten nur bis zur völligen Heilung regelmässig zur Nachbehandlung aufs Schiff kommen. Amavi, die normalerweise nicht viel redet, erklärte, sie sei glücklich über die erfolgreiche Operation. Wenn sie die Sekundarschule abgeschlossen hat, möchte sie selbst gern Krankenpflegerin werden.
Und die erleichterte Mutter sagt: „Danke, Mercy Ships, für das, was ihr an meinen Kindern getan habt.”


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