Die Chance für ein neues Leben
Dorfbewohner nannten Abdul wegen seiner nach innen gekrümmten Füsse „Teufelskind”. Die Mutter hatte ihn im Stich gelassen, doch Vater Simeon hielt zu seinem Sohn und glaubte daran, dass er eine Ausbildung und eine Zukunft haben würde.
Er brachte ihn zu vielen Ärzten, doch nirgends fand er Hilfe für Abduls Klumpfüsse.
Eines Tages wurde im Radio bekannt gemacht, dass Ärzte von Mercy Ships kommen und Menschen untersuchen würden, die eine Operation brauchten. Drei Tage standen Abdul und sein Vater an, bis sie an die Reihe kamen. Das war anstrengend, aber das Warten hat sich gelohnt, denn Abdul wurde zur Behandlung angenommen.
Im Hope Center, einem temporären Mercy Ships Reha-Zentrum an Land, wurde Abdul freundlich aufgenommen, nach all der Ablehnung eine wohl-tuende Erfahrung. Zunächst erhielt Abdul schwere Gipsverbände an beiden Beinen, um die Stellung der Füsse zu korrigieren. Die bis zum Oberschenkel reichenden Verbände fixierten die Beine im rechten Winkel. Mehrere Monate musste Abdul so gewissermassen in der „Hocke“ bleiben. Was er am meisten fürchtete, war jeweils der Wechsel der Verbände. Doch schliesslich kam der Tag der Operation und danach ging es mit kurzen, geraden Verbänden wieder zurück ins Hope Center! Zusammen mit anderen Patienten übte Abdul bei Wettspielen den Gebrauch der Beine. Und zum ersten Mal im Leben konnte er richtige Schuhe tragen!


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