Grund zum Lächeln
13.10.2009- Viele Menschen in den Entwicklungsländern haben in ihrem Leben noch nie einen Zahnarzt gesehen. Einfach weil es in weiten Teilen Westafrikas keine Zahnärzte gibt. Wo doch, da sind Behandlungen für den grössten Teil der Bevölkerung unerschwinglich.Die häufigsten Mund- und Zahnerkrankungen sind Karies und Parodontose. Tausende leiden Wochen oder Monate – ja, manchmal sogar Jahre – unter Zahnschmerzen, weil keine Hilfe da ist. Leichte Beschwerden, die im Westen gar nicht auftreten oder schnell geheilt werden, können sich in Afrika zu ernsten Gesundheitsproblemen auswachsen.
Mercy Ships nimmt sich der Not in der Republik Benin an und ist von Februar bis November 2009 in Cotonou im Einsatz. Das Projekt „Benin lächelt” kümmert sich um Zahnprobleme und bietet Vorsorge und Zahnreparaturen für Männer, Frauen und Kinder, die sonst keine Zahnbehandlung erhalten würden. Geplant ist, über einen Zeitraum von 10 Monaten rund 19'000 Behandlungen durchzuführen und damit schätzungsweise 11'500 Personen mit Zahnproblemen zu helfen.
Die Africa Mercy transportiert die gesamte Ausrüstung, um im besuchten Land auf dem Festland eine Zahnklinik zu betreiben, darunter Behandlungsstühle, Hochdrucksterilisatoren, Kompressoren und Generatoren. In diesem Jahr konnte das Zahnprogramm dank der grosszügigen Spende einer Stiftung von 5 auf neu 9 Behandlungsstühle ausgeweitet werden. Durch die zusätzlichen Stühle kann die Kapazität von 6’000 Patienten im Jahr 2008 auf 11’500 in 2009 gesteigert werden – mit derselben Zahl von Zahnärzten!
Bei der täglichen Planung werden die Personen ausgelesen, die besonders dringend Hilfe brauchen. Ansonsten wird behandelt, wer kommt. Daneben wird jeden Tag eine Warteliste erstellt. Die Patienten von der Liste werden eingeschoben, je nachdem wie der Terminplan es erlaubt. Wenn sie nicht am selben Tag behandelt werden können, erhalten sie einen festen Termin für einen anderen Tag. Die Dienstleistungen sind selbstverständlich kostenlos.
Mercy Ships’ Zahnärzte schulen einheimische Dentalassistenten in Theorie und Praxis (Vorbeugung, sterile Behandlungstechnik u.a.). Die Auszubildenden begleiten Zahnärzte und Assistenten und gewinnen so klinische Erfahrung. Die Mitarbeiter der Zahnklinik erteilen den wartenden Patienten ausserdem Unterricht in Zahnhygiene.
Im Frühjahr kam ein Mann namens Moussafa mit einer Infektion in die Klinik, die im Zahn begonnen hatte. Mit der Zeit hatte sie sich ausgebreitet und den Knochen befallen, so dass ihm der Kiefer entzweigebrochen war! Mercy Ships’ Zahnarzt Dr. Tvedt operierte ihn unter örtlicher Betäubung und Moussafas Kiefer wurde geheilt.
Ohne einen Zahnarzt in der Nähe müssen Patienten wie Moussafa meistens mit ihren Schmerzen leben.


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